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Historie
der Schlesischen Musikfeste
 

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Die Schlesischen Gesangs- und Musikfeste 1830 -1874

In seiner verdienstvollen Schrift „Die Schlesischen Musikfeste und ihre Vorläufer“, 1925 bei Hoffmann und Reiber in Görlitz erschienen, verwies der Musikerzieher der Luisenschule, Max Gondolatsch, auf die Traditionslinie, die fast über das gesamte 19. Jahrhundert hinweg zu den Schlesischen Musikfesten führte. Große Chorwerke, insbesondere von Händel und Haydn, kamen in Breslau und ab 1820 auch in Görlitz mehrmals zur Aufführung. Die Gesangsvereine einzel­ner Orte waren nicht imstande, derart anspruchsvolle Aufgaben allein zu meistern. So kam es ganz von selbst, dass sich Sänger und Orchester benachbarter Städte zusammentaten. Träger dieser Bestrebungen waren Pastoren, Organisten und Kantoren der Kirchen sowie die Musiklehrer der Schulen. Den festen Stamm für das Chorsingen bildeten zunehmend die Lehrergesangsvereine. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Singen, wie es aus Gottesdienst und Schulunterricht vertraut war.

Das erste der insgesamt 15 Schlesischen Gesangs- und Musikfeste vereinte 1830 in Kynau 130 Sangesfreunde. Weitere Feste gab es in Salzbrunn, Reichenbach, Freiburg, Schweidnitz, Striegau, Waldenburg, Jauer, Brieg, Liegnitz, Landeshut, Breslau und auch in Görlitz. Christliches, nationales und restauratives Gedankengut der Romantik äußerte sich auch in einem Statut für diese Feste. Die örtlichen Gesangsvereine sollten „außer der größeren Befähigung in der Musik für Schule und Kirche nichts anderes als Stärkung in allen guten Gesinnungen für das Vaterland und namentlich für den König und die hohen Landesbehörden sowie Ermutigung und Aufheiterung für eine immer segensreichere Amtsführung zum Zweck haben.“

Anfangs beschränkten sich die Konzerte auf Orgelwerke und die Darbietung überwiegend sakraler Werke durch Männerchöre. Alsbald bildeten sich aber gemischte Chöre, in denen die Frauenstimmen vorerst in der Minderzahl blieben. Zunehmend kamen Orchesterwerke, Gesangs- und Instrumentalsolisten ins Programm. Im Repertoire der Chöre gewannen Kompositionen einheimischer Musikschaffender an Raum und Bedeutung. Religiöse Inhalte fanden Ergänzung durch vaterländische und naturverbundene Texte.

Die Programmgestaltung bewegte sich weg vom weitgehend kirchlichen Inhalt und von der Gestaltung allein durch Männergesangsvereine. Die Zukunft gehörte großen Chorwerken, Oratorien, gemischten Chören, sinfonischen Orchestern und hochrangigen Solisten. Gefragt waren auch bedeutende Orchesterwerke in vollendeter Darbietung: Sinfonien, Ouvertüren, Violin- und Klavierkonzerte, Kammermusik. Dieser Übergang zu einer höheren Form schlesischer Musikpflege ließ nicht lange auf sich warten. Schon 1876 begann die stattliche Reihe der Schlesischen Musikfeste.

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